Книги, учебники и материалы данной библиотеки принадлежат русским и украинским авторам - предназначены исключительно для учебных и ознакомительных целей

ЕГЭ 2015. Немецкий язык. Оптимальный банк заданий

Susy: Früher hat unsere elfköpfige Familie in einer einzigen Hütte aus Palmstängeln gehaust, das Dach war aus Palmzweigen. Alle zusammen hatten wir gerade mal zwei kleine Schlafzimmer und eine winzige Kochstelle. Um den kleinen Tisch wurden Bretter als Sitzbänke gelegt - hier haben wir gegessen und hier haben wir auch unsere Hausaufgaben gemacht. Max: Und wo wohnt deine Familie jetzt?

Susy: InSapecho. Und uns geht es zurzeit viel besser. Siehst du, mein Vater versuchte, als Kakaobauer das Überleben der Familie zu sichern. Aber der Preis der Kakaofrüchte ist so niedrig, dass davon niemand leben kann. In der Erntezeit von April bis November tröpfelte so alle zwei bis drei Wochen ein wenig Geld in die Haushaltskasse. In der Zeit von Dezember bis März aber hatten wir so gut wie kein Einkommen - und das bei neun Kindern. Wir Kinder mussten alle viel arbeiten, damit wir überhaupt leben konnten. Wir hatten weder Strom noch Trinkwasser; die Wäsche mussten wir von Hand mit kaltem Wasser waschen. Max: Und wovon habt ihr sich ernährt?

Susy: Vor allem von Reis, den Eiern der eigenen Hühner und von Früchten, die in der Gegend wachsen.

Max: Aber dann hat sich die Situation verbessert. Wie habt ihr das geschafft? Susy: Vor einigen Jahren dann gab es eine einschneidende Wende im Leben unserer Familie: Es wurde der „Mercadojusto" ins Leben gerufen, das heißt, seit dieser Zeit gibt es den „gerechten Handel" für die Kakaoproduzenten. Organisationen in Europa haben sich durchgesetzt und bezahlen faire Preise

an die Produzenten - dies bedeutet nicht nur einfaches Überleben, sondern dies bedeutet für uns, eine Zukunft zu haben. Dann habe ich schließlich von unserer Kleinbauerngenossenschaft Arbeit im Bereich • der Trockenfrüchte bekommen. Deshalb zogen wir alle nach Sapecho, wo sich die Zentrale der Kleinbauerngenossenschaft befindet und wo ich zusammen mit meinen Geschwistern das Kakaofeld bestelle.

Max: Und dann hast beschlossen zu studieren.

Susy: Zur Zeit befinde ich mich im dritten Semester: Ich mache ein Fernstudium in Forstwirtschaft, weil ich hoffe, selbst später als Kakaobäuerin die Plantagen bestellen zu können. Max: Ich wünsche dir viel Erfolg.

Задания на полное понимание прослушанного текста Текст к заданию № 1 Freies Lernen: Heute mal kein Mathe!

Lorenz Obleser hat die Freie Schule Christophine im Jahr 2007 in Marbach gegründet.

Reporter: Was unterscheidet die Freie Schule Christophine von den öffentlichen Schulen? Lorenz Obleser:Die Rahmenbedingungen des Lernens sind hier einfach ganz andere. Die Ideen und Impulse der Schüler stehen im Mittelpunkt. Das soziale Miteinander wird gemeinschaftlich organisiert. Wir als Erwachsene müssen von unseren eigenen Maßstäben abrücken und uns in die Lebenswirklichkeit der Schüler begeben. Außerdem gibt es keine Bewertung der Schüler von außen, wir sehen es nicht als unsere Aufgabe, eine Fremdbewertung durch Noten o.ä. durchzuführen. Auch hier stöhnen Kinder über Sachen, die schwer sind. Im Idealfall sind sie an diese Schwelle selbst gekommen, haben die Höhe selbst festgelegt und können sie selbstständig variieren.

Reporter: Was läuft an den öffentlichen Schulen und Unis schief, dass viele Schüler sich dort nicht wohlfühlen?

Lorenz Obleser:Für mich war es einfach an der Zeit, den Begriff Schule zeitgemäß zu definieren: Wie wollen wir selbst, dass mit uns umgegangen wird - am Arbeitsplatz, im täglichen Miteinander? Und da denke ich, kann Schule viel Land gewinnen, viele Veränderungen möglich machen. Ich habe diese Schule nicht aus Groll gegen ein anderes System formuliert, sondern einfach aus dem Wissen heraus, dass man heutzutage Schule anders gestalten kann.

Reporter: Worin sehen Sie die Vorteile von „Freiem Lernen" und welches pädagogische Konzept steckt dahinter?

Lorenz Obleser:Wenn ich die Akzente des Lernens als Schüler selbst setzen kann, dann erfüllt mich das Lernen mit Freude. Die Möglichkeit haben die Schüler hier. Da drüben steht zum Beispiel eine alte Orgel. Ein Schüler schraubt die hier mit wechselnden Partnern auseinander und restauriert einige Teile, damit sie wieder funktionieren oder er macht ein Kunstwerk daraus. Das hat er fest in seinem eigenen Arbeitsplan. Und was uns darüber hinaus auszeichnet ist, dass wir viel Wert auf die Kulturtechniken legen: Lesen, Schreiben, Rechnen und dass die Schüler den Tag über ihre Tätigkeiten abwechseln. Sie können eben sagen: „Jetzt habe ich genug an meinem Fahrrad geschraubt, jetzt mache ich wieder eine Rechtschreibübung." Das ist unsere Arbeitskultur. Die Schüler können abwechseln und damit viel Eigenständigkeit beweisen. Reporter: Sehen Sie in „Freiem Lernen" einen Trend?

Lorenz Obleser:Der Begriff „Individualität" hat in der Bildung zurzeit einen hohen Marktwert. Damit werben viele Nachhilfeunternehmen. Auch Lehrer sind immer mehr bemüht, individuell auf Schüler zuzugehen. Wir lassen zu, dass sich Schulkinder so exponieren, wie sie sind. Damit gehen wir über die Differenzierung mit verschiedenen Arbeitsmaterialien noch einen Schritt hinaus. Reporter: Was sind die Stärken von Schülern der Freien Schule im Vergleich zu anderen Schülern?

Lorenz Obleser:Die Jungs und Mädchen hier wissen um ihre Stärken und ziehen daraus Selbstbewusstsein. Ich glaube, dass die Schüler, wenn sie dann auf dem Gymnasium irgendwelchen Noten ausgesetzt sind, das aushalten und einschätzen können, weil sie genau wissen, was sie können. Hier wissen sie genau, welches Kind welche Stärken hat und an wen es sich wenden kann. Das ist ein Austausch von Stärken. Bei uns geht es ja auch darum, dass die Schüler möglichst viel von den Regeln, die hier gelten, selbst aufstellen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hier 50 Prozent des Lernens darin besteht, sich gemeinsam zu organisieren.

Reporter: Woher nimmt der Einzelne die Motivation und den Antrieb, sich jeden Tag aufs Neue etwas beizubringen - gerade bei eher unbeliebten Themen wie Mathe?

Lorenz Obleser:Heute hat ein Schüler den ganzen Tag Subtraktion geübt. Es gibt Tage, da macht er einen großen Bogen darum. Woher er jetzt genau seine Motivation hatte, weiß ich nicht. Aber es ist sehr schwer für die Schüler, sich dauernd was Neues einfallen zu lassen, was sie so machen können, dass sie auch länger durchhalten. Es ist sehr schwer für sie, da sie sich nicht darauf verlassen können, dass jemand sagt: „Fülle dieses Arbeitsblatt aus!" Das heißt, man sucht sich hier selbst Themen, die einen interessieren und vertraut nicht unbedingt auf das Urteil des Lehrers, was wichtig ist zu wissen und was nicht. Es gibt Phasen, da gehen sie lieber in den Garten. Sie brauchen dann aus irgendeinem Grund eine Auszeit. Aber in der Regel kommen sie relativ schnell wieder zurück. Es käme hier niemand auf die Idee, sich nicht mit Schrift und Mathematik auseinanderzusetzen.

  К оглавлению



Электронная библиотека книг, учебников, справочников и словарей по экономике, философии, медицине, истории, педагогике, психологии, юриспруденции, языковедению и др.